Die Akteure von "Fünf Minuten Kultur zum Zuhören"

Pfiffige Idee bringt kulturelle Genussmomente nach Hause

Die mittlerweile preisgekrönte Projektidee – ausgezeichnet im Juli 2021 mit dem Sonderpreis “Unser soziales Bayern” – geht in eine weitere Runde. Dienstagnachmittags zwischen 15:00 bis 18:00 Uhr werden am Telefon wieder kurze kulturelle Beiträge übermittelt. Und im monatlichen Turnus geht es weiter. Nächster Termin: 24. Mai 2022 – danach ist Sommerpause.

Wenn dann Zuhause das Telefon klingelt, kann das für viele eine willkommene Aufmunterung bedeuten. Schon viele Bürgerinnen und Bürger aus der Region und weit darüber hinaus haben sich über “Fünf Minuten Kultur zum Zuhören” gefreut. Besonders wertvoll ist das Angebot für Ältere und in der Mobilität eingeschränkte Personen – genutzt werden darf es aber sehr gerne generationenübergreifend, gerade auch jetzt mitten in der 4. Welle der Corona-Pandemie.

Interesse an „Fünf Minuten Kultur zum Zuhören“? Dann ganz einfach anmelden

Die Nutzer des kulturellen Angebots rufen einfach kurz beim Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement (KoBE) am Landratsamt unter Tel. 09221/707-150 an und geben dabei die gewünschte kulturelle Richtung an. Dienstags erfolgt dann zum vereinbarten Termin der Rückruf durch eine Person aus dem Kreis der teilnehmenden Künstler.

Natürlich ist auch eine Online-Anmeldung möglich. Bitte hier klicken.

Ganz spontan haben sich eine ganze Reihe Kulturschaffender aus dem Landkreis Kulmbach für die Idee begeistern lassen, bei Mitbürgerinnen und Mitbürgern anzurufen und am Telefon einen kulturellen Beitrag zu übermitteln. Vorab können Kulturinteressierte ihre Wünsche einreichen und geben gleichzeitig ein Zeitfenster für den Rückruf an.

Erstmalig lief die Aktion, mit der der Landkreis den Sonderpreis der Kampagne „Unser Soziales Bayern“ erhielt, am 24. November 2020 und in der Folge regelmäßig bis Juni 2021 immer dienstags zwischen 15 bis 18 Uhr. Seit November 2021 geht es nun im monatlichen Turnus mit frischen Ideen weiter.

Es wirken mit: Rüdiger Baumann, Bernhard Fiedler, Roland Jonak, Friederike und Klaus Köstner, Jutta Lange, Karin Minet, Silvia Schäfer, Edina und Robert Thern sowie Günter und Bärbl Zeller, Philipp Simon Goletz, Jürgen Treppner, Ingo Dannhorn, Brigitte Soziaghi, Aenn Pelz, Johann Spörl, Evi Weier sowie die Museen im Kulmbacher Mönchshof (Bayer. Brauereimuseum, Deutsches Gewürzmuseum und Bayerisches Bäckereimuseum).

Die Initiative für das Projekt geht vom Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagment (KoBE) am Landratsamt Kulmbach aus. Heike Söllner hat die pfiffige Projektidee, die auch schon in Augsburg und Schweinfurt erfolgreich umgesetzt wird, an einige Akteure aus der Kulturszene im Landkreis herangetragen und stieß dabei überall auf offene Ohren.

„Fünf Minuten Kultur zum Zuhören“-Flyer und Video-Trailer

Und das kulturelle Angebot ist breit gefächert: Es werden Gedichte vorgelesen, die Zuhörer werden singend (auf Wunsch auch gerne gemeinsam singend) oder instrumental erfreut, es gibt kurze Theaterszenen zum Mithören, mundartliche, humorvolle, hintersinnige oder jahreszeitlich passende Texte werden rezitiert und sogar “Sagen aus dem Oberland” kann am Telefon gelauscht werden. Auf eigene Text- oder Liedwünsche wird dabei gerne eingegangen.

Wer selbst etwas Zeit investieren und einen eigenen kulturellen Beitrag leisten kann, wendet sich ebenfalls an die genannte Telefonnummer am Landratsamt. „Das Netzwerk der Kulturanbieter soll gerne noch weiter wachsen und der kulturellen Kreativität sind bei dieser Aktion eigentlich kein Grenzen gesetzt, sofern sie über das Telefon vermittelt werden kann“, so Heike Söllner vom Landratsamt.

Auch Landrat Klaus Peter Söllner freut sich sehr über die Umsetzung dieser guten Idee vor Ort. „Mich hat die Projektidee sofort begeistert und ich bin sehr dankbar, dass sich bereits zum Start der Aktion viele bekannte Persönlichkeiten aus unserer lokalen Kulturszene einbringen. Ihnen und allen, die noch dazu stoßen, darf ich herzlich danken für das Engagement. Wir unterstützen als Landkreis sehr gerne und stellen den organisatorischen Rahmen zur Verfügung. Gleichzeitig freue ich mich, heute den Startschuss für die Aktion geben zu können und rufe sehr gerne dazu auf, das Angebot rege zu nutzen. Es ist ein wunderbarer Beitrag dazu, Kultur in dieser Zeit der Einschränkungen auf sehr persönlichem Wege zu transportieren“.

Sonderpreis für „Fünf Minuten Kultur zum Zuhören“ im Rahmen der Kampagne „Unser Soziales Bayern“

Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner hat am 14. Juli in München im Beisein von Vertretern der Bezirksregierungen sieben Mal den Sonderpreis „Unser Soziales Bayern“ in Höhe von jeweils 3000 Euro verliehen. Für Oberfranken wurde mit „Fünf Minuten Kultur zum Zuhören“ ein Projekt aus Kulmbach ausgezeichnet.

Gruppenfoto nach der Auszeichnung mit dem Sonderpreis "Unser Soziales Bayern"
Foto: StMAS / Göttert – Staatsministerin Carolina Trautner (links) nach der Schecküberreichung mit (nach rechts) Landrat Klaus Peter Söllner, Heike Söllner vom Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement am Landratsamt Kulmbach, Theatermacher Rüdiger Baumann, der Ehrenamtsbeauftragten der Staatsregierung, Eva Gottstein, und Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz

Der Sonderpreis ist Teil der Initiative „Unser Soziales Bayern: Wir helfen zusammen!“, die im März 2020 mit den bayerischen Wohlfahrtsverbänden und den kommunalen Spitzenverbänden ins Leben gerufen worden war, um vor allem älteren Menschen in der Corona-Pandemie Unterstützung zu bieten.

Der Sonderpreis macht das hierbei erbrachte wertvolle Engagement der zahlreichen Projekte und Initiativen in seiner ganzen kreativen Vielfalt sichtbar. Trautner gratulierte unter anderem dem Projekt „Fünf Minuten Kultur zum Zuhören“ im Landkreis Kulmbach. „Herzlichen Glückwunsch an alle Kunst- und Kulturschaffenden aus dem Landkreis Kulmbach, die Mitbürger angerufen und am Telefon Gedichte vorgelesen, gemeinsam musiziert oder auch Theaterszenen zum Mithören angeboten haben.“

Kultur auf diesem sehr persönlichen Weg zu transportieren, sei eine wundervolle Idee, um Lebensfreude zu vermitteln und die Herzen der Menschen höherschlagen
lassen, so die Sozialministerin. Trautner zeigte sich vom Engagement der Preisträger sehr beeindruckt: „Die gelebte Solidarität der Menschen egal welchen Alters hat mich in dieser herausfordernden Zeit tief bewegt. Die Initiative zeigt eindrucksvoll: Wir stehen füreinander ein, wir helfen einander und wir nehmen aufeinander Rücksicht.“

Das Engagement, die beeindruckende Kreativität und die Leidenschaft der Bewerber für den Sonderpreis, sei es bei Einkaufs- und sonstigen Alltagshilfen, bei kulturellen Veranstaltungen oder Radiosendungen speziell für Seniorinnen und Senioren, seien „nur einige Beispiele für den großen Zusammenhalt unserer Gesellschaft in dieser Krisenzeit“.

In jedem bayerischen Regierungsbezirk wurde ein herausragendes Projekt mit dem Sonderpreis prämiert. Einen Eindruck des preisgekrönten Siegerprojekts könne Sie sich hier anhand eines kurzen Videoclips verschaffen.